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Kerzen-'Lädeli', Liebistorf
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zur Kerze
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| Es
ist nicht einfach, Licht in das Dunkel der frühesten Kerzengeschichte zu
bringen: Historische Abbildungen und Texte lassen oft nicht klar genug
erkennen, ob wirklich Beleuchtungskörper dargestellt werden, die dem
Kerzenbegriff entsprechen, oder lediglich die seit dem Ende des 3.
Jahrhunderts v,Chr. benutzten Wachsfackeln. Man weiß aber sicher: Lange
vor Fackeln und Kerzen leuchteten ölgespeiste Ampeln und Lämpchen der
Menschheit heim. Wahrscheinlich erst in der Zeit nach Christi Geburt gelang die Beherrschung der Dochtbrennbarkeit des Wachses ohne Benutzung eines Gefäßes. Etwa Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. waren bei den Römern niedrige Wachskerzen soweit entwickelt, daß sie in einem geschlossenen Raum brennen konnten - ohne lästiges, übermäßiges Rußen und üblen Geruch, was bei Fackeln unvermeidlich war. Das Christentum und die Entwicklung seiner liturgischen Gebräuche waren der Impuls für eine rasche weitere Verbreitung des Kerzengebrauchs. So sind länglich-runde Kerzen mit Wergdocht und Kerzen für liturgische Zwecke seit der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n.Chr. mit Sicherheit festzustellen.
Mit dem Bienenwachs entfaltete sich die Kerzentechnologie das ganze
Mittelalter hindurch. Dieses begrenzt vorhandene und damit sehr wertvolle
Wachs war jedoch vor allem den Kirchen und den reichen Fürstenhäusern
vorbehalten. In privaten Haushalten benutzte man Talg- oder sogenannte
Unschlittkerzen. Sie wurden aus minderwertigem
Das 18. Jahrhundert liebte Kerzenschein - und ging besonders
verschwenderisch damit um: Bei einem Hoffest in Dresden wurden z.B. 14 000
Wachslichter verbraucht. Und bei der Krönung Georg IV. 1821 in London
entzündete man gar auf 28 Lüstern jeweils 60 Kerzen - gleichzeitig! |
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